Neuigkeiten

Überraschungsausflug

Im Herbst wurden wir angefragt, ob es möglich wäre auch im Winter eine kleine Wanderung mit den Lamas zu machen und einen Apero zu geniessen für 8 Personen. Es sollte für alle anderen eine Überraschung sein. Gerne nahmen wir diese Anfrage an. Am letzten Samstag durften wir die muntere Schar bei Schneefall begrüssen. Die Gäste und Lamas trotzdem dem Wetter und gingen auf eine kleine Wanderung. Es machte allen richtigen Spass durch die verschneite Landschaft zu laufen. 

Wiederum spürten wir die Vertrautheit zwischen den Menschen und Tieren. 

Beim anschliessendem Apero genossen die Gäste das Fleisch von unseren Lamas, feiner Alpkäse und verschiedene hausgemachte Brotprodukte, Gemüsedip mit verschieden Saucen. Abgerundet wurde das Ganze mit einem hausgemachten Punsch und Kaffee. 

Wir bedanken uns bei den Gästen und hoffen, dass alle gerne an den erlebnisreichen Nachmittag bei uns zurück denken. 

Chlaus-Apéro Musikgesellschaft Bristen

Am Freitag, 07. Dezember 2018 durften wir auf unserem Hof die Musikgesellschaft Bristen begrüssen. Den Mitgliedern und den Begleitpersonen wurde kurz unser Betrieb vorgestellt und einige Punkte zum Lama erklärt. Anschliessend eröffneten wir den hausgemachten Apéro im Stall mit Lamatrockenwürsten, Alpkäse vom Etzli, frischem Brot, feinem Bristner Winterzauberpunsch und Silenener Wein. Alle durften sich dann frei im Stall bei den Kühen und den Lamas bewegen. 

Einige bewegten sich mit uns in den Lamastall. Sehr skeptisch beobachtete man die Tiere und die gestellten Fragen probierten wir fachgerecht zu beantwortet. Nach gewisser Zeit wurden die Tiere und auch die Menschen zu traulich zueinander. Es entstanden neue Freundschaften mit unseren Tieren. Für uns immer wieder schön, zu spüren, dass unsere Tiere Freude bereiten...

Wir danken der MG Bristen für das Kommen und Dasein. Schön, wart ihr unsere Gäste!

Schweizerische Lama&Alpaka Ausstellung

Vom Samstag, 27.10.18 bis Sonntag, 28.10.18 fand die Schweizerische Lama-&Alpakaausstellung auf dem Rothenthurm statt. Wir haben uns entschieden an diesem Wochenende zwei unserer Tiere zu präsentieren. Die Vorbereitungen liefen den ganzen Herbst hinaus. Die letzte Woche vor der Show wurde mit den Tieren geübt zu laufen, sie wurden geputzt und gepflegt.

Ein wenig nervös und gespannt, wie unser Logotier "Soleil" abschneiden wird, sind wir am Samstag nach Rothenturm gefahren. Von Anfang an fühlten sich die Tiere wohl bei den anderen Lamas. Wir konnten nun auch die anderen Tiere anschauen und waren fasziniert von den verschieden Arten und Farben. Begeistert waren wir auch von der Richterin, welche am ersten Tag die Alpakas bewertet hat und die schönsten ausgelesen hat. Wir durften viele tolle Gespräche führen mit anderen Züchtern und begeisterten Lamafans. 

Am Sonntag stand dann der grosse Tag für uns an. Angespannt und doch stolz unser Tier "Soleil" zu präsentieren, betrat Rolf den Ring. Wir spürten, dass die Richterin begeistert war von unserer Soleil. Und wirklich wir durften den ersten Rang von den Stuten über 2 Jahre feiern. Die Richterin beschrieb unsere Soleil: sie hat ein gradliniger Gang, die den Kopf und Schwanz nicht bewegt beim Gehen, ein guter und starker Körperbau, ein Wollkleid, das perfekt in Unter- und Oberwolle geteilt ist, die Ohren sind am richtigen Ort plaziert. 

Glücklich und stolz, dass unsere Soleil diesen tollen Rang erreicht hat,  fuhren wir mit vielen Eindrücken nach Hause. 

Urner Wochenblatt Beitrag vom 13. Juni 2018

Elisa Hipp, UW- Redaktorin besuchte uns um eine Reportage von unseren Lamas zu machen. Unten aufgeführt ist der Bericht, welcher als Sommerbeilage erschienen ist.

Herzlichen Dank Elisa für deine Arbeit und deine tolle Reportage.

 

 

 

 

 

 

 

Foto: Elisa Hipp/Urner Wochenblatt

Intelligent, flink und mit einem eigenen Kopf

Landwirtschaft | Zu Besuch bei «Bristenlama»

Sie sind stolz, und sie haben ihren eigenen Kopf: Lamas. Familie Fedier aus Bristen züchtet sie und ist von ihnen begeistert. Eine Geschichte über Faszination, Neugier und Wagemut.

Elisa Hipp

«Ich gäbti sie nimmä wäg», sagt Rolf Fedier-Infanger. Er lächelt. Der Bristner und seine Frau Gerda halten 26 Lamas. Ja, ein kleines Novum sei das schon gewesen, als er 2013 seine ersten vier Lamas kaufte und die Urner erstmals «Silence», «Melinda», «Simona» und «Puma» auf den Feldern stehen sahen. Doch die südamerikanischen Tiere seien sofort akzeptiert worden und durften, obwohl ein Schmalvieh, auf eine Kuh-alp. «Und mittlerweile gehören sie zu Bristen», sagt er. Warum würde er sie nicht mehr hergeben, seine Lamas? Rolf Fedier muss nicht lange überlegen. «Die Ruhe, die Ausstrahlung – einfach das gesamte Wesen dieses Tieres ist faszinierend.»

Anzahl der Lamas hat sich verdreifacht

2017 hielten im Kanton Uri 16 Betriebe insgesamt 64 Lamas, gibt Damian Gisler, Vorsteher des Amts für Landwirtschaft, Auskunft. Verglichen mit Schafen oder Kühen sind das verschwindend wenig. Aber es werden mehr: In den vergangenen fünf Jahren habe sich die Zahl der gehaltenen Lamas verdreifacht, so der Amtsvorsteher. Die Fediers aus Bristen mit ihrem Hof namens «Bristenlama» sind dabei der grösste Betrieb und der einzige, der Lamas züchtet.

«Lamas ticken ganz anders»

Von den Tieren war Rolf Fedier fasziniert, seit er sie zum ersten Mal gesehen hat. «Früher haben wir Schafe gehabt, und ich wollte immer mal Lamas halten», erzählt der Landwirt. Um seinen Hals baumelt eine Kette mit einem kleinen Holzlama. 2010 übernahm der Bristner den Hof von seinem Vater. Und dann riss 2013 ein Wolf auf der Etzlialp mehrere Schafe. «Es waren zwar keine von mir dabei, aber da habe ich mir gesagt, jetzt gehe ich das Wagnis ein», erklärt er. Sukzessive stellten seine Frau und er den Betrieb um. Ganz einfach war das nicht: «Das ist vollkommenes Neuland gewesen. Lamas ticken und funktionieren ganz anders», erzählt der Landwirt. Der Zyklus ist zum Beispiel ganz anders, funktioniert nicht wie bei der Kuh, sondern wie beim Hasen. Ist eine Stute trächtig, spuckt sie das männliche Tier an. Ein Lama frisst Gras und Heu, aber auch Rinde und Reisig von der Tanne, und seine absolute Leibspeise sind Obstbäume – samt Blättern und Rinde. Dazu kommt: Jedes Tier hat einen ganz anderen Charakter.

«President» und «Daisy»

Zehn Stuten, ein Hengst, fünf Fohlen, sechs Jungstuten und vier Junghengste leben derzeit auf dem «Bristenlama»-Hof. Ihre Namen dürfen oft die beiden Kinder von Gerda und Rolf Fedier-Infanger aussuchen. «Daisy» steht daher auf der Weide, oder auch «Bambi» und «Sally». «Eine Zeit lang durfte jeweils auch jemand aus der Verwandtschaft einen Namen aussuchen», sagt Gerda Fedier. Das «Gottämaitli» zum Beispiel nannte ein Lama «Aurelio»: Es sollte ein majestätischer Name sein. Beim neugierigen und zutraulichen grauen «President» hat sich dagegen der Vater durchgesetzt – zum Leidwesen der Kinder. Was machen die Fediers mit den Lamas? Lama-Wanderungen zum Beispiel bieten sie an, ausserdem verkaufen sie Zuchttiere. Der Hauptnutzen aber sei die Fleischproduktion, erklärt Rolf Fedier. Geschlachtet wird in der «Ürmetzg». Die Trockenwurst gibts möglichst ganzjährig im Dorfladen und demnächst im Alpenkiosk, Frischfleisch auf Bestellung. Und wie ist das Fleisch? «Geschmacklich ähnlich wie Rind, von der Faserung wie Wild, und weniger Fett und Cholesterin als Poulet hat Lama», beschreibt der Züchter.

«Dem Herdenschutzhund ebenbürtig»

Nicht zuletzt werden ein paar der Bristner Lamas auch Herdenschutzlamas. Denn die Familie züchtet sogenannte «Classic Lamas», die gross und besonders neugierig sind. Rolf Fedier ist von den Tieren überzeugt: «Lamas sind Herdenschutzhunden ebenbürtig», sagt er. Im Gegensatz zu diesen anerkennt das Bundesamt für Umwelt (Bafu) die Neuweltkameliden, zu denen die Lamas gehören, aber nicht als Herdenschutzmassnahme. Wer sie als solche verwendet, wird daher auch nicht vom Bund finanziell unterstützt. «Da wird nicht immer mit gleichen Ellen gemessen», kommentiert der Lamazüchter. Sowohl Lama als auch Hund funktionierten nur bei kompakter Herdenführung wie sie in einer Umtriebsweide oder bei ständiger Behirtung vorliegt. Im Gegensatz zum Hund brauche das Lama allerdings kein Extrafutter: Es frisst dasselbe wie die Schafe. Und es schadet nicht dem Tourismus. Im Gegenteil: Die Wanderer, die auf die Alp nahe der Windgällenhütte kommen, wo die Familie Fedier einen Teil ihrer Tiere sömmert, seien begeistert, erzählt der Bristner stolz. Und auch der Hirte habe die Tiere gern.

Um ein guter Schutz für die Herde zu sein, müssen die Lamas mit ihrer Herde vertraut sein, am besten also schon im Winter dazugestellt worden sein: Sie müssen die Herde als die ihre ansehen, meint Rolf Fedier. Zwei Tiere werden gebraucht, am besten Wallache: Eins allein darf aus Tierschutzgründen nicht gehalten werden. Ab drei Tieren bilden die Lamas eine eigene Herde neben den Schafen. Für Rolf Fedier ist wichtig: «Wenn Lamas als Herdenschutz verwendet werden, dann nur ausgewählte Tiere vom Züchter.» Denn die müssen zum Beispiel halfterfähig sein und den entsprechenden Charakter haben – nämlich handzahm und neugierig sein.

Die Neugier ist ihr Trumpf

Die Neugier ist einer der grossen Trümpfe des Lamas gegenüber dem Wolf. «Ein Lama ist kein Fluchttier, es ist ein stolzes und stattliches Tier», erklärt Rolf Fedier. Nähert sich der Wolf einer Schafherde, kommt ihm das Lama entgegen. Der Wolf kennt das grosse Tier nicht, kann es daher auch nicht einschätzen und zieht sich zurück. Und wenn sich das Lama angegriffen fühlt, spuckt es ausserdem. Auch das mag der Wolf nicht.  Nach Informationen des Amts für Landwirtschaft nutzen dieses Jahr sechs Schafalpen im Kanton Uri Lamas für den Herdenschutz. Im Moment sei zwar die Vollzugshilfe des Bafu zum Herden- und Bienenschutz in der Vernehmlassung, da diese überarbeitet wurde, meint Damian Gisler. Aber: «Gemäss unserer Einschätzung werden Lamas vom Bafu auch künftig nicht als Herdenschutzmassnahme anerkannt.» Der Kanton Uri werde sich in seiner Stellungnahme zwar dafür einsetzen, dass Lamas in gewissen Situationen – bei einer homogenen und kompakten Herde in einer Umtriebsweide – als offizielle Herdenschutzmassnahme anerkannt und damit auch finanziell unterstützt werden. Der Entscheid dazu liege aber beim Bund respektive beim Bafu, meint er.

Verfolgungsjagd durch Erstfeld

 

Rolf Fedier jedenfalls baut seine Lamaherde weiter aus. Den einzigen Zuchthengst, «Santiago», hat er derzeit noch von einem Kollegen ausgeliehen. Ab nächstem Jahr wird er zwei eigene Zuchthengste haben. Jedem, der sich eigene Lamas anschaffen will, empfiehlt er, Mitglied im Zuchtverband Neuweltkameliden Schweiz (NWKS) zu werden. Da bekomme man wertvolle Infos und Kontakte zu Gleichgesinnten, ausserdem sei durch das Herdenbuch die Rückverfolgbarkeit der Tiere sichergestellt. «Die Arbeit mit den Lamas ist arbeitsintensiver als ich sie mir vorgestellt habe. Aber es ist eine schöne Arbeit», resümiert Rolf Fedier. Und sie beschere einem Landwirt auch immer wieder lustige Momente. Zum Beispiel das eine Mal, als sein Vater und er in der Früh zum Melken gingen und im Dämmerlicht Tiersilhouetten im Tal hinten entdeckten. «Da hat es aber heute viel Wild», kommentierten sie – nur um kurze Zeit später zu merken, dass ihre Lamas selbstständig auf Wanderschaft gegangen waren. Er lacht. Oder das andere Mal, als er einem Kollegen in Erstfeld ein Lama brachte und sich dieses aus der Stalltür stahl. «Ich habe es zuerst zu Fuss durch die Gärten und dann mit dem Velo verfolgt. Auf der Reussbrücke kam mir zum Glück ein Kollege entgegen, der wusste, wie man mit Lamas umgeht, und mir half», erzählt Rolf Fedier. «Ich weiss nicht, wie lange ich dem Lama sonst noch hinterher wäre.» Die Tiere sind eben besonders intelligent und flink – und haben ihren eigenen Kopf.