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Alpauffahrt zur Windgällenhütte

Am Samstag, 14. Juli 2018 haben wir unsere Lamas vom Stäfeli auf die Windgällenhütte geführt. Dort verweilen die Lamas jetzt bis zirka Ende August. Wir hoffen, dass sie vielen Wanderern und Besuchern der Windgällenhütte Freude bereiten. 

Am Morgen früh haben wir die Lamas im Stäfeli gehalftert. Die Kinder wussten sofort, welches Lama sie führen wollten. Noch in der Dämmerung liefen wir zum Hotel Maderantertal. Dort durften wir ein spendiertes Getränk vom Wirt einnehmen. Danke Tobias. Weiter ging es durch den Wald über Wiesen und Bäche.  Die Bächlein sind immer eine Herausforderung für die Tiere und auch uns Helfer. Auf der Anhöhung angekommen, konnten wir die ersten Sonnenstrahlen geniessen. Die Kinder waren mit Begeisterung und trotz wenig Schlaf voll dabei. Kurz vor dem Ziel holte uns dann das Gewitter über dem Windgällen doch noch ein. Nach 5 Stunden sind alle gut auf der Windgällenhütte angekommen. Das Hüttenpaar Anina und Wisi begrüsste uns und die Tiere. Die Lamas bekamen ihr Futter und fingen sofort an das frische Gras zu fressen. Die Helfer und wir durften uns in der warmen Hütte bei einer feinen Suppe und heissen Würstli aufwärmen und ein wenig erholen von der Tour. Danke dem Team der Windgällenhütte. Der Rinder-& Lamahirt Andi gesellte sich zu uns und begrüsste die Lamas ebenfalls. Wir genossen dann die Sonne vor der Hütte noch ein wenig bevor wir den Abstieg nach Golzern unter die Füsse nahmen. Im Golzernsee freuten sich die Kinder über ihre verdiente Abkühlung. Der schöne, anstrengende Tag mit all seinen Wetterlagen rundeten wir mit einem Glacé, Bier, Kaffee und Kuchen im Alpenkiosk Bristen ab. 

Wir bedanken uns ganz herzlichen bei unseren Helfern besonders bei den Jüngsten. Sie können stolz auf ihre Leistung sein. Ein Dank gehört auch unseren treuen Helfern, die schon mehrer Jahre uns begleiten. Alle Helfer waren von Anfang an bis zum Schluss trotz schnellem Wetterwechsel mit einer riesen Begeisterung dabei. Wir spüren, dass unsere Tiere bei Klein und Gross viel Freude auslösen. 

Urner Wochenblatt Beitrag vom 13. Juni 2018

Elisa Hipp, UW- Redaktorin besuchte uns um eine Reportage von unseren Lamas zu machen. Unten aufgeführt ist der Bericht, welcher als Sommerbeilage erschienen ist.

Herzlichen Dank Elisa für deine Arbeit und deine tolle Reportage.

 

 

 

 

 

 

 

Foto: Elisa Hipp/Urner Wochenblatt

Intelligent, flink und mit einem eigenen Kopf

Landwirtschaft | Zu Besuch bei «Bristenlama»

Sie sind stolz, und sie haben ihren eigenen Kopf: Lamas. Familie Fedier aus Bristen züchtet sie und ist von ihnen begeistert. Eine Geschichte über Faszination, Neugier und Wagemut.

Elisa Hipp

«Ich gäbti sie nimmä wäg», sagt Rolf Fedier-Infanger. Er lächelt. Der Bristner und seine Frau Gerda halten 26 Lamas. Ja, ein kleines Novum sei das schon gewesen, als er 2013 seine ersten vier Lamas kaufte und die Urner erstmals «Silence», «Melinda», «Simona» und «Puma» auf den Feldern stehen sahen. Doch die südamerikanischen Tiere seien sofort akzeptiert worden und durften, obwohl ein Schmalvieh, auf eine Kuh-alp. «Und mittlerweile gehören sie zu Bristen», sagt er. Warum würde er sie nicht mehr hergeben, seine Lamas? Rolf Fedier muss nicht lange überlegen. «Die Ruhe, die Ausstrahlung – einfach das gesamte Wesen dieses Tieres ist faszinierend.»

Anzahl der Lamas hat sich verdreifacht

2017 hielten im Kanton Uri 16 Betriebe insgesamt 64 Lamas, gibt Damian Gisler, Vorsteher des Amts für Landwirtschaft, Auskunft. Verglichen mit Schafen oder Kühen sind das verschwindend wenig. Aber es werden mehr: In den vergangenen fünf Jahren habe sich die Zahl der gehaltenen Lamas verdreifacht, so der Amtsvorsteher. Die Fediers aus Bristen mit ihrem Hof namens «Bristenlama» sind dabei der grösste Betrieb und der einzige, der Lamas züchtet.

«Lamas ticken ganz anders»

Von den Tieren war Rolf Fedier fasziniert, seit er sie zum ersten Mal gesehen hat. «Früher haben wir Schafe gehabt, und ich wollte immer mal Lamas halten», erzählt der Landwirt. Um seinen Hals baumelt eine Kette mit einem kleinen Holzlama. 2010 übernahm der Bristner den Hof von seinem Vater. Und dann riss 2013 ein Wolf auf der Etzlialp mehrere Schafe. «Es waren zwar keine von mir dabei, aber da habe ich mir gesagt, jetzt gehe ich das Wagnis ein», erklärt er. Sukzessive stellten seine Frau und er den Betrieb um. Ganz einfach war das nicht: «Das ist vollkommenes Neuland gewesen. Lamas ticken und funktionieren ganz anders», erzählt der Landwirt. Der Zyklus ist zum Beispiel ganz anders, funktioniert nicht wie bei der Kuh, sondern wie beim Hasen. Ist eine Stute trächtig, spuckt sie das männliche Tier an. Ein Lama frisst Gras und Heu, aber auch Rinde und Reisig von der Tanne, und seine absolute Leibspeise sind Obstbäume – samt Blättern und Rinde. Dazu kommt: Jedes Tier hat einen ganz anderen Charakter.

«President» und «Daisy»

Zehn Stuten, ein Hengst, fünf Fohlen, sechs Jungstuten und vier Junghengste leben derzeit auf dem «Bristenlama»-Hof. Ihre Namen dürfen oft die beiden Kinder von Gerda und Rolf Fedier-Infanger aussuchen. «Daisy» steht daher auf der Weide, oder auch «Bambi» und «Sally». «Eine Zeit lang durfte jeweils auch jemand aus der Verwandtschaft einen Namen aussuchen», sagt Gerda Fedier. Das «Gottämaitli» zum Beispiel nannte ein Lama «Aurelio»: Es sollte ein majestätischer Name sein. Beim neugierigen und zutraulichen grauen «President» hat sich dagegen der Vater durchgesetzt – zum Leidwesen der Kinder. Was machen die Fediers mit den Lamas? Lama-Wanderungen zum Beispiel bieten sie an, ausserdem verkaufen sie Zuchttiere. Der Hauptnutzen aber sei die Fleischproduktion, erklärt Rolf Fedier. Geschlachtet wird in der «Ürmetzg». Die Trockenwurst gibts möglichst ganzjährig im Dorfladen und demnächst im Alpenkiosk, Frischfleisch auf Bestellung. Und wie ist das Fleisch? «Geschmacklich ähnlich wie Rind, von der Faserung wie Wild, und weniger Fett und Cholesterin als Poulet hat Lama», beschreibt der Züchter.

«Dem Herdenschutzhund ebenbürtig»

Nicht zuletzt werden ein paar der Bristner Lamas auch Herdenschutzlamas. Denn die Familie züchtet sogenannte «Classic Lamas», die gross und besonders neugierig sind. Rolf Fedier ist von den Tieren überzeugt: «Lamas sind Herdenschutzhunden ebenbürtig», sagt er. Im Gegensatz zu diesen anerkennt das Bundesamt für Umwelt (Bafu) die Neuweltkameliden, zu denen die Lamas gehören, aber nicht als Herdenschutzmassnahme. Wer sie als solche verwendet, wird daher auch nicht vom Bund finanziell unterstützt. «Da wird nicht immer mit gleichen Ellen gemessen», kommentiert der Lamazüchter. Sowohl Lama als auch Hund funktionierten nur bei kompakter Herdenführung wie sie in einer Umtriebsweide oder bei ständiger Behirtung vorliegt. Im Gegensatz zum Hund brauche das Lama allerdings kein Extrafutter: Es frisst dasselbe wie die Schafe. Und es schadet nicht dem Tourismus. Im Gegenteil: Die Wanderer, die auf die Alp nahe der Windgällenhütte kommen, wo die Familie Fedier einen Teil ihrer Tiere sömmert, seien begeistert, erzählt der Bristner stolz. Und auch der Hirte habe die Tiere gern.

Um ein guter Schutz für die Herde zu sein, müssen die Lamas mit ihrer Herde vertraut sein, am besten also schon im Winter dazugestellt worden sein: Sie müssen die Herde als die ihre ansehen, meint Rolf Fedier. Zwei Tiere werden gebraucht, am besten Wallache: Eins allein darf aus Tierschutzgründen nicht gehalten werden. Ab drei Tieren bilden die Lamas eine eigene Herde neben den Schafen. Für Rolf Fedier ist wichtig: «Wenn Lamas als Herdenschutz verwendet werden, dann nur ausgewählte Tiere vom Züchter.» Denn die müssen zum Beispiel halfterfähig sein und den entsprechenden Charakter haben – nämlich handzahm und neugierig sein.

Die Neugier ist ihr Trumpf

Die Neugier ist einer der grossen Trümpfe des Lamas gegenüber dem Wolf. «Ein Lama ist kein Fluchttier, es ist ein stolzes und stattliches Tier», erklärt Rolf Fedier. Nähert sich der Wolf einer Schafherde, kommt ihm das Lama entgegen. Der Wolf kennt das grosse Tier nicht, kann es daher auch nicht einschätzen und zieht sich zurück. Und wenn sich das Lama angegriffen fühlt, spuckt es ausserdem. Auch das mag der Wolf nicht.  Nach Informationen des Amts für Landwirtschaft nutzen dieses Jahr sechs Schafalpen im Kanton Uri Lamas für den Herdenschutz. Im Moment sei zwar die Vollzugshilfe des Bafu zum Herden- und Bienenschutz in der Vernehmlassung, da diese überarbeitet wurde, meint Damian Gisler. Aber: «Gemäss unserer Einschätzung werden Lamas vom Bafu auch künftig nicht als Herdenschutzmassnahme anerkannt.» Der Kanton Uri werde sich in seiner Stellungnahme zwar dafür einsetzen, dass Lamas in gewissen Situationen – bei einer homogenen und kompakten Herde in einer Umtriebsweide – als offizielle Herdenschutzmassnahme anerkannt und damit auch finanziell unterstützt werden. Der Entscheid dazu liege aber beim Bund respektive beim Bafu, meint er.

Verfolgungsjagd durch Erstfeld

 

Rolf Fedier jedenfalls baut seine Lamaherde weiter aus. Den einzigen Zuchthengst, «Santiago», hat er derzeit noch von einem Kollegen ausgeliehen. Ab nächstem Jahr wird er zwei eigene Zuchthengste haben. Jedem, der sich eigene Lamas anschaffen will, empfiehlt er, Mitglied im Zuchtverband Neuweltkameliden Schweiz (NWKS) zu werden. Da bekomme man wertvolle Infos und Kontakte zu Gleichgesinnten, ausserdem sei durch das Herdenbuch die Rückverfolgbarkeit der Tiere sichergestellt. «Die Arbeit mit den Lamas ist arbeitsintensiver als ich sie mir vorgestellt habe. Aber es ist eine schöne Arbeit», resümiert Rolf Fedier. Und sie beschere einem Landwirt auch immer wieder lustige Momente. Zum Beispiel das eine Mal, als sein Vater und er in der Früh zum Melken gingen und im Dämmerlicht Tiersilhouetten im Tal hinten entdeckten. «Da hat es aber heute viel Wild», kommentierten sie – nur um kurze Zeit später zu merken, dass ihre Lamas selbstständig auf Wanderschaft gegangen waren. Er lacht. Oder das andere Mal, als er einem Kollegen in Erstfeld ein Lama brachte und sich dieses aus der Stalltür stahl. «Ich habe es zuerst zu Fuss durch die Gärten und dann mit dem Velo verfolgt. Auf der Reussbrücke kam mir zum Glück ein Kollege entgegen, der wusste, wie man mit Lamas umgeht, und mir half», erzählt Rolf Fedier. «Ich weiss nicht, wie lange ich dem Lama sonst noch hinterher wäre.» Die Tiere sind eben besonders intelligent und flink – und haben ihren eigenen Kopf.

Alpzeit

Seit dem 04. Juni 2018 verweilen unsere Tiere wieder auf der Alp.

Die Lamas sind jetzt auf der Alp Stäfeli anzutreffen. Unsere Lamas geniessen jeweils das frische Gras und den Wald. 

Die Kühe verbringen den Sommer auf der Alp Etzli. Feine Alpprodukte, (wie Jogurt, Ziger, Molkendrink, Butter,.. ) gibt es in verschiedenen Verkaufsgeschäften zu kaufen. 

Elternzirkel Silenen-Amsteg-Bristen

Zeitungsbericht vom Urner Wochenblatt vom Samstag, 26. Mai 2018:

 

17 interessierte Kinder trafen sich am Mittwochnachmittag, 16. Mai in Bristen zum Lamatrekking. Die Familie Fedier erklärte allen mit viel Geduld, wie die Tiere angefasst und geführt werden sollten. Beim Verteilen der Lamas erzählte Rolf Fedier viele kleine Details, so dass alle Kinder «ihr» Lama mit Namen kannten. Mit den 10 Lamas und 5 Jungtieren ging der Spaziergang los. Auf dem Weg zum Wasserschloss und zurück, durften die Kinder die Lamas locker an der Leine führen. Das eine verschmust, das andere immer am Fressen, die Lamas zeigten schon bald ihre verschiedenen Charakterzüge und Bedürfnisse. Zurück auf dem Bauernhof gab es Kuchen und Sirup und die Kinder spielten miteinander.

Das Elternzirkel-Team bedankt sich an dieser Stelle bei Gerda und Rolf Fedier für den gelungenen Nachmittag und allen Kindern und Begleitpersonen für ihr grosses Interesse.

 

Wir bedanken uns für das Kommen und freuen uns auf ein baldiges Wiedersehen.